
Piertzovanis Toews
Schiebetürenpavillon
best architects 27 in Gold
Öffentliche Bauten
Ort
Nuglar-St. Pantaleon, Schweiz
Studio
Foto
Federico Farinatti
Beschreibung
Alles begann mit einem offenen Brief. Jugendliche suchten
nach einem Ort, an dem sie sich treffen, lachen und leben könnten. Gemeinsam
mit den Jugendlichen bildete die Gemeinde eine Arbeitsgruppe. Sie entwickelten
ein Konzept, bei dem Einbettung in die Landschaft und ökologische Aspekte
ebenso im Vordergrund standen wie Einfachheit und Zugänglichkeit. In
zahlreichen Sitzungen und Workshops entstand die Vision eines kleinen
Pavillons. Ein leichtes Holzskelett, knapp über der Wiese schwebend, mit
Schiebepaneelen. Die beweglichen Elemente erlauben unzählige
Raumkonstellationen. Die durchscheinende Füllung der Türen filtert das Licht
und zeichnet im Verlauf des Tages wechselnde Muster auf Boden und Wände. Nicht
nur bei Entwurf und Planung, sondern auch bei der Mittelbeschaffung war
Kreativität gefragt. Die Geschichte von der Initiative junger Menschen öffnete
bei vielen Unternehmen und Lieferanten die Türen. Die einen schickten kostenlos
gebrauchtes Trapezblech oder einen Vorhang, die anderen vergünstigte Stegplatten
oder Farbeimer, Pinsel und Rollen. Zudem packten die Jugendlichen selbst
tatkräftig mit an. Der Pavillon wurde mit einem möglichst kleinen ökologischen
Fussabdruck erstellt. Das Holz stammt aus den umliegenden Wäldern, Blech und
Vorhang erhielten ein zweites Leben und die Schraubfundamente können bei einem
allfälligen Rückbau einfach wieder herausgedreht und wiederverwendet werden.
Der Pavillon ist ein lebendiges Zeichen, das für einen Prozess der kollektiven
Mitbestimmung und des gemeinsamen Gestaltens steht.
