
Studio Salvi Weber
Apostelhof Wien
best architects 27 in gold
Wohnungsbau/Mehrfamilienhäuser
Ort
Wien, Österreich
Studio
Foto
Patrick Johannsen
Beschreibung
Der Apostelhof in Wien transformiert das Areal einer
ehemaligen Samengroßhandlung und eines Metallwerks in ein innerstädtisches
Wohnquartier. Vier Gebäude aus unterschiedlichen Entstehungszeiten –
Gründerzeithaus, industrieller Backsteinbau, Nachkriegsbau und ergänzender
Neubau – werden nicht vereinheitlicht, sondern als architektonische Zeitzeugen
weiterentwickelt. Das Projekt begreift den Bestand als Ressource und
Identitätsträger. Der jeweilige Charakter bleibt ablesbar: die industrielle
Großzügigkeit des Backsteinbaus, die Raumsequenzen des Mietshauses, die
kleinteilige Struktur des Nachkriegsgebäudes. Der Neubau ergänzt das Ensemble
als eigenständige Schicht und macht seine konstruktiven Möglichkeiten bewusst
sichtbar. Additive Eingriffe reagieren präzise auf die vorhandene Substanz.
Historische Fassaden werden interpretiert statt rekonstruiert, Materialien
weiterentwickelt statt überformt. «Monochrom statt monoton»: Das
charakteristische Rot des Backsteins bleibt tonangebend und verbindet Alt und
Neu zu einer gemeinsamen Identität. Der begrünte Innenhof fungiert als
räumliche Mitte. Atelierwohnungen, Künstlerateliers und gemeinschaftliche Zonen
ermöglichen unterschiedliche Formen der Nutzung und Aneignung. Weiterbauen im
Bestand wird hier als sanfte Transformation verstanden: als architektonische
Haltung, die bauliche Ressourcen schont, vorhandene Strukturen respektiert und
die unterschiedlichen Zeitschichten als Teil des urbanen Gedächtnisses sichtbar
und erlebbar hält.
