
GWJ Architektur
Hinterer Schermen 31, Ittigen
best architects 27
Umbauten & Erweiterungen
Ort
Ittigen, Schweiz
Studio
Foto
Susanne Goldschmid
Beschreibung
Das Industriegebäude aus dem frühen 19. Jahrhundert ist ein
prägnantes Zeugnis aus der Zeit der einsetzenden Industrialisierung, an dem
auch die Nutzung der Wasserkraft der Worble ablesbar wird. Ein die räumliche
Struktur prägender Mühlkanal entlang des Sockelgeschosses trieb hier einst die
Produktion an. Im Laufe der Zeit wurde das Gebäude mehrfach erweitert und
angepasst. Die heutige Transformation knüpft an diese Entwicklung an und
überführt das Gebäude in eine zeitgemässe Wohnnutzung. Die architektonische
Haltung steht für ein respektvolles Weiterbauen im Bestand. Historische Spuren
wie Schleifmarken im Mauerwerk, Deckenöffnungen oder Erschliessungskorridore
bleiben sichtbar und prägen die Identität. Neue Bauteile sind als
zeitgenössische Eingriffe lesbar und setzen gezielte Kontraste. Die dreiteilige
Gliederung in Süd-, Mittel- und Nordteil blieb erhalten und organisiert die
neue Nutzung. Das ehemalige Tenn bildet als zentraler Erschliessungs- und
Gemeinschaftsraum das räumliche Zentrum. Von hier aus werden Wohnungen und
Dachraum erschlossen. Ein innenliegender Lichthof bringt Tageslicht tief ins
Gebäude und lässt visuelle Bezüge entstehen. Konstruktive Eingriffe erfolgen
gezielt dort, wo sie erforderlich sind. Unerwartete statische Schwächen machten
punktuelle Verstärkungen notwendig, insbesondere bei den Lauben. Die Massnahmen
entsprechen den heutigen Normen und fügen sich in das historische
Erscheinungsbild ein.
