
Caramel architektInnen
Carage
best architects 27
Umbauten & Erweiterungen
Ort
Wien, Österreich
Studio
Foto
Caramel architektInnen
Beschreibung
Der Raum und seine Geschichte
Was bedeutet Re-Use und wie kann nachhaltiges Bauen gelingen?
Ausgangspunkt ist ein ruhiger Hinterhof mit einer Halle – einst Garage und Werkstatt,
davor Kutschenlager und Stall. Über Generationen diente das Gebäude der
Aufbewahrung und Instandsetzung von Verkehrsmitteln, stets im Hintergrund.
Heute befindet sich hier ein Ersatzbau aus den 1950er-Jahren mit Tonnengewölbe
(5,50 Meter hoch) und Oberlichtern, lange leerstehend und nun Ausgangspunkt für
eine neue Arbeitswelt. Die Herausforderung liegt im Umgang mit dem Bestand: Wie
entstehen Arbeitsräume in einer Kubatur ohne Vorgaben? Fragen leiten den
Entwurf: Wo wird gearbeitet, kommuniziert, sich zurückgezogen? Offen lassen
oder strukturieren? Wir entscheiden uns für gemeinsames Arbeiten auf einer
Ebene ohne Hierarchien. Nebenräume liegen am Rand, das Zentrum bleibt frei. Es
ist ein offener Prozess: Beim Abbruch werden Bauteile gesichert, statt sie zu entsorgen.
Ziegelwände, Wandmalereien und Relikte treten zutage. Eine zugemauerte Rampe
wird entdeckt, freigelegt und zur Tribüne – ein neuer Mittelpunkt für den Austausch.
So wird der Bestand zur Ressource und Inspiration.
Materialien und Atmosphäre
Re-Use prägt alles: Stahlträger, Geländer und Tore werden
wiederverwendet, ergänzt um Fundstücke und Restmaterialien. Vieles bleibt roh –
Estrich, offene Installationen, sichtbare Technik. Ein graubeiger, durch
Maisgelb akzentuierter Akustikputz aus Recyclingpapier schafft eine ruhige
Atmosphäre. So entsteht eine offene, wohnliche Arbeitsumgebung.
