lionel ballmer architecte
The Wandering House
best architects 26
Wohnungsbau/Einfamilienhäuser
Ort
Baar, Schweiz
Studio
Foto
Rory Gardiner
Beschreibung
Die alte Scheune der Familie,
die inmitten der Walliser Obstgärten liegt, wird bereits seit Langem sehr
geschätzt. Ursprünglich sollte sie zu einem vollwertigen Wohnhaus umgebaut
werden, doch ihre begrenzte Grösse führte zur Suche nach einer Alternative: der
Verdichtung des kleinen Grundstücks durch den Bau eines neuen Hauses. Auf diese
Weise wird ein privater Aussenbereich zwischen den beiden Gebäuden geschaffen,
der einen Dialog zwischen ihnen ermöglicht. Das auf Stelzen errichtete Haus ist
nicht verankert, sondern scheint zu schweben, wodurch ein interessantes Paradoxon
entsteht: Wird das neue Haus ein Anbau für die Scheune oder – den Gesetzen der
Logik nach – nicht vielmehr umgekehrt? Die aus gebranntem Schweizer Holz und Recyclingbeton
bestehende Gebäudehülle stellt Bezüge zu den umliegenden ländlichen Gebäuden her.
Im Inneren sind flexibel nutzbare Räume um einen zentralen Kern herum
angeordnet. Grosse Glasschiebetüren bieten dabei einen Panoramablick auf die
Berge und den Garten. Der dreistöckige Luftraum
fördert die Interaktion unter den Bewohnern und bringt einen Vertikalitätsaspekt
ins Spiel, sodass trotz der kompakten Grundfläche, die durch die begrenzte
Grundstücksgrösse vorgegeben ist, der Eindruck räumlicher Offenheit entsteht. Das
gesamte im Haus eingesetzte Holz – das heisst die Brettsperrholzplatten (CLT)
für die Wände, die Böden und das Dach sowie die Lärchenfenster – stammt aus örtlichen
Wäldern. Der Bau eines kleinen Hauses, mit dem das
Grundstück verdichtet wird und das durch seine Stelzen nur eine minimale Flächenversiegelung
verursacht, steht im Einklang mit dem Wunsch unserer Zeit nach ökologischer Nachhaltigkeit.
Elemente wie PV-Module und ein Regenwassersammelsystem helfen zusätzlich
bei der Verwirklichung eines nachhaltigen, ökologisch vertretbaren Wohnens.

