arge daisy jacobs / kollektiv marudo
Kreuz–Haus
best architects 26
Wohnungsbau/Einfamilienhäuser
Ort
Schänis, Schweiz
Foto
Rory Gardiner
Beschreibung
Hoch über der Linthebene ist das Atelierhaus in Nord-Süd-Ausrichtung
in den Hang gebaut. Der kreuzförmige Grundriss vereint die starken,
naturgegebenen Gegensätze des Grundstücks in einer Geometrie und entsteht aus
der Überlagerung der Höhenlinie mit der Fallinie. Das Kreuz-Haus dient
Kunstschaffenden als Rückzugs- und Arbeitsort. Zwischen dem innenliegenden
gedämmten Holzbau und der äusseren, gegen den Hang schützenden Betonhülle
verläuft ein Laubengang. Dieser geht entlang der Aussenlinie des Kreuzes
fliessend von einem Balkon in eine Terrasse und einen durch den Hang führenden Tunnel
über. Durch offene Oblichter fällt in die Laubengänge vom Dach bis zum
Erdgeschoss Sonnenlicht, Regen, Schnee und Laub ein. Den Mittel- und Ankerpunkt
des Hauses bildet die Wendeltreppe, die von der Werkstatt im Erdgeschoss bis
aufs Dach zur Terrasse und zum Zugang in den Wald führt. Im Obergeschoss sind
in den vier Armen des Kreuzes Schlafzimmer, Küche, Wohnzimmer und Atelier
untergebracht. Die Gestaltung der Sonnenvorhänge wurde als Kunst-am-Bau-Projekt
an die Künstlerin Marie Schumann vergeben. Sie hat eine Textilfassade
entworfen, die in horizontaler und vertikaler Richtung drapiert und geschoben,
geöffnet und geschlossen werden kann. Die weiche Materialität, die sich durch
die Luftströmungen immer in leichter Bewegung befindet, schafft einen
sinnlichen und körperlichen Ausgleich zur Starrheit des Gebäudes.

