Rapin Saiz Architectes: Verdichtung in der vorstädtischen Gemeinde Saint-Sulpice - best architects 26

Rapin Saiz Architectes

Verdichtung in der vorstädtischen Gemeinde Saint-Sulpice

best architects 26

Wohnungsbau/Mehrfamilienhäuser

Ort

Saint-Sulpice, Schweiz

Foto

Joël Tettamenti

Beschreibung

Der Ort Saint-Sulpice, der in unmittelbarer Randlage zu Lausanne am Ufer des Genfersees liegt, steht seit mehreren Jahren unter enormem Siedlungsdruck. Als Reaktion auf diese Entwicklung wurde 2011 eine neue Bauverordnung verabschiedet, die eine Verdopplung der zulässigen Bebauungsdichte im Dorfzentrum vorsieht. Aus diesem Kontext ist das vorliegende Projekt entstanden, das auf die Verdichtung einer Parzelle bei gleichzeitiger Erhaltung des dörflichen Charakters dieses Ortes abzielt. Auf dem Grundstück befanden sich zuvor ein zum Wohnen umgenutzter ehemaliger Bauernhof sowie ein Aussenparkplatz mit darunterliegenden unterirdischen Lagerräumen. Im Rahmen des neuen Projekts werden die unterirdischen Räume in Parkplätze umgewandelt, was die Auswirkungen des Baus auf den Garten begrenzt. Bei der Gestaltung des Gebäudevolumens wurde sorgfältig darauf geachtet, dass es der typischen Architektur des Dorfs entspricht. Das Projekt sieht sieben Wohnungen vor, die jeweils über eine Loggia und einen Balkon verfügen. Die Loggien sind in die Fassaden integriert und als echte aussenliegende Räume konzipiert, was den Wohnungen eine besondere Lebensqualität verleiht. Der architektonische Charakter des Gebäudes beruht auf einer traditionellen und verantwortungsbewussten Materialisierung: Mit Kalk verputzte isolierende Ziegelwände, das mit Ziegeln gedeckte Dach und die Holzfenster sorgen zugleich für thermische Effizienz und eine harmonische Einbindung in das Umfeld. Die vertikalen Fenster stellen sicher, dass das Wesentliche wahrgenommen wird: Der Wohnraum öffnet sich grosszügig zum Garten und zur Strasse hin, was dem Gebäude eine nachbarschaftliche, gesellige Dynamik verleiht, die dem dörflichen Geist entspricht. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Natur: Die bestehende Vegetation wurde sorgfältig erhalten, sie erstreckt sich bis zu den Loggien der oberen Stockwerke und erfüllt die Wohnungen mit einer sanften Frische. So wirkt die Architektur keineswegs dominant, sondern nimmt sich zurück, um in einem harmonischen Gleichgewicht zwischen traditioneller Formensprache und Verbundenheit mit dem Zeitgenössischen einen Dialog mit dem Ort einzugehen.