Atelier Martel
Wohnen im 18. Pariser Arrondissement
best architects 26
Wohnungsbau/Mehrfamilienhäuser
Ort
Paris, Frankreich
Studio
Foto
Jad Sylla
Beschreibung
Das Projekt befindet sich auf einem typischen
Pariser Grundstück, das vom Boulevard Ney und der Rue du Poteau begrenzt wird.
Die Parzelle ist schmal, erstreckt sich aber in die Tiefe und hat dort, wo sie
auf die Straße trifft, eine dreieckige Form. Der Bau vervollständigt ein
unvollendetes städtisches Bauwerk aus dem frühen 20. Jahrhunderts zu einem
Eckgebäude. Mit der Schaffung eines gebauten Winkels und der Setzung eines
Bezugsmaßstabs für zukünftige Entwicklung bildet der straßenseitige Baukörper
eine neue Adresse aus. Durch die Integration
des Bauwerks in ein stimmiges Ensemble sollte städtebauliche Kontinuität hergestellt werden. Darüber
hinaus wurde ein Schwerpunkt auf architektonische Kontinuität gelegt, wobei untersucht
wurde, wie beide Gebäude durch Formen, Texturen und Proportionen miteinander
interagieren. Die Gestaltung folgt der traditionellen Pariser Anordnung,
bestehend aus einem vertikalen Gebäude an der Straße, das sich an der Maßstäblichkeit
des Boulevards orientiert, sowie einem kleineren Gebäude im Hof mit
vereinfachten Formen, aber unter Verwendung desselben Materials. Zwei Höfe
strukturieren den Plan: ein gepflasterter und bepflanzter, der die Geschäfts- und
Wohnbereiche voneinander trennt, während der andere mit seiner stärkeren
Begrünung dafür sorgt, dass die Erdgeschosswohnung eine angemessene Privatsphäre
erhält. Das Projekt verfolgt einen bioklimatischen Ansatz: Es sieht
quergelüftete Wohnungen, optimierte Ausrichtungen, modulare
Sonnenschutzsysteme, eine effiziente Gebäudehülle, Wärmerückgewinnung sowie Energie
aus PV-Anlagen vor. Mit einem Energieverbrauch von jährlich 50 Kilowattstunden
pro Quadratmeter erfüllt es die Zielvorgaben des Pariser Klimaabkommens und ist
nach den Nachhaltigkeitsstandards Effinergie+ und NF Habitat HQE zertifiziert. Ein
gepflasterter Innenhof wurde von dem Künstler Julien Serve gestaltet, mit einer
Marmorpflasterung, die eine Neuinterpretation des Versailler «Marmorhofs»
darstellt, und einer strukturierten Wand, deren geometrische Motive den Sichtbeton
aufwerten.

