kaestle&ocker Architekten

Waldfriedhof Heidenheim / Sanierung Aussegnungshalle und Aufbahrungsgebäude

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Öffentliche Bauten

Ort

Heidenheim / Deutschland

Foto

Brigida Gonzalez

Beschreibung

Die 1957 von Ludwig Gruber erbaute Aussegnungshalle mit Aufbahrungsgebäude ist Teil der Gesamtanlage Waldfriedhof und im Originalzustand erhalten. Ihre städtebauliche Setzung und das äußere Erscheinungsbild sind bis heute stimmig. Im Zusammenspiel von Landschaftsarchitektur und Hochbau wurde eine Prägung des Ortes erreicht. Einige wesentliche architektonische Interventionen führen zu einer neuen Anmutung des Innenraums: Herausbildung eines offenen Lichthofes als räumlicher Abschluss nach Osten, tektonische Bearbeitung der raumbegrenzenden Bauteile sowie eine für diesen Raum entworfene Möblierung. Der Boden aus regionalem, rahmweiß gebändertem Jurakalk bildet die Basis. Die Wände sind mit einer neuen hölzernen Schale aus massiven Weißtannenbohlen bekleidet. Die plastische Ausformulierung der Wandgeometrien leitet sich aus der Tragstruktur des Gebäudes und den vorhandenen Wandöffnungen ab. Die Materialität aus heimischem Nadelholz umhüllt die Abschiednehmenden in einem die Sinne berührenden hölzernen Kleid. Die Decke unterstützt durch ihre gefächerte Neigung die räumliche Ausrichtung auf den neuen Innenhof. Im Zusammenspiel aus Stütze, Träger und Wandöffnung sowie einer integrierten, indirekten Beleuchtung entsteht ein akustisch wirksamer oberer Abschluss, der Teil der gesamten Raumgeometrie wird. Für die Aussegnungshalle ergibt sich so eine neue Differenziertheit und Vielfältigkeit der räumlichen Wahrnehmung, die je nach Standpunkt, Blickwinkel und Lichteinfall variiert.