2/3/4/ architecture, urbanisme, paysage

Courthouse in Béziers

Foto Charly Broyez

Prämierung

best architects 17

Kategorie

Öffentliche Bauten

Ort

Béziers, Frankreich

Website

www.a234.fr

Ein öffentliches Gebäude, das seinem Wesen nach der Stadt zugänglich gemacht wird, ist das städtebauliche Element par excellence. Es bezeichnet, lädt ein und erweckt die Stadt zum Leben. Das Gerichtsgebäude macht sich die Dualität zwischen städtischer Monumentalität und gerichtlicher Instanz ebenso zunutze wie die Abgeklärtheit, die es braucht, um heikle Angelegenheiten der Bürger zu klären. Zwischen drei aufeinandergeschichteten Blöcken – wie in einem Steinbruch – öffnet sich eine landschaftliche Oase, die das Tageslicht filtert, eine kühle Atmosphäre schafft und öffentliche Bereiche vernetzt. Die Baukörper werden durch ihre Hohlräume ausgezeichnet: Auf jeder Ebene organisieren Auskragungen und Innenhöfe die Bereiche zwischen den Blöcken. Durch die Staffelung der Gebäudemassen wird der Lichteinfall begünstigt und interne Landschaften gestaltet, die das Gelände vor unerwünschten Einblicken schützen. Diskretion und Sicherheit der Fassaden wird so mit Leichtigkeit erreicht. Monochrom, und doch mit Unregelmäßigkeiten, Blasen, Kratzern und Beulen versehen, verleiht der sandgestrahlte, gehämmerte Beton dem rustikalen Baustoff Stärke. Als Symbol der Gerechtigkeit wird der Vorplatz hier gleichsam zum Vorzimmer: Das geschützte Organ im Außenbereich öffnet sich dem städtischen Leben, besänftigt, beschützt und empfängt. Transparente Foyers geben den Blick auf den zentralen Innenhof mit seinem mit Baumfarnen bepflanzten Schattengarten frei, der die öffentlichen Wartebereiche und Gerichtssäle miteinander verbindet. In seiner formalen und konstruktiven Schlichtheit trägt jedes Detail ein Stück zur Wahrnehmung des sinnlichen Materials und der Behaglichkeit des Gebäudes bei – und letztendlich auch zum besonnenen Streben nach Gerechtigkeit. 

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