Osterwold°Schmidt EXP!ANDER Architekten BDA

**Radhaus

Foto M.Miltzow

Prämierung

best architects 17

Kategorie

Sonstige Bauten

Ort

Erfurt, Deutschland

Website

www.osterwold-schmidt.de

Unmittelbar am Erfurter ICE-Bahnhof entstand eine Station für Fahrräder. Mit dieser zweiten nördlichen Anlage – als Pendant zum südlichen Fahrradparkhaus – wurde der Nachfrage an sicherer, witterungsgeschützter Abstellmöglichkeit Rechnung getragen und gleichzeitig dem Chaos flächig ausufernder Drahteselhorden Einhalt geboten. Die maximale Bahnhofsnähe ist für Funktionstüchtigkeit und Nutzerannahme von Bedeutung, denn der Bonus der Radnutzung liegt in der individuellen Beweglichkeit und Erreichbarkeit des Ziels. Dazu wurde ein städtisches Restgrundstück – der Zipfel einer Grünanlage – ausfindig gemacht, das für diese keine Bedeutung hatte, sondern zwischen Fußweg, Treppe und Rampe von der Fluchtwegsbrücke des Bahnhofs als Dreieck übrig blieb. Diese Restflächen sind in der Regel unauffällig, nicht so störend und oft mit Blumenrabatten ein wenig aufgehübscht, aber zugleich völlig unterschätzte Flächenpotenziale für funktionale Bedürfnisse einer Stadt wie beispielsweise Fahrradparkhäuser. Dieses Grundstück war bereits allseitig erschlossen und kann in höhenmäßigem Versatz effektiv 200 Radparkplätze unterbringen, größtenteils in Doppelparkern gestapelt für eine rasche allseitige Bedienung. Ein Kernraum bietet zudem extragesicherten Abstellraum, der für E-Bikes Ladestationen bieten wird. Der schlicht mit Streckmetall verkleidete Stahlbau und die expressive Form übertragen auf den eigentlichen »Fahrradschuppen« thematisch das Motiv der Dynamik und Bewegung und bereichert Erfurt um ein Stadtmöbel. 

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