jessenvollenweider

Uhrenmanufaktur A. Lange&Söhne Glashütte I/SA

Foto Walter Mair

Prämierung

best architects 17

Kategorie

Gewerbe- & Industriebauten

Ort

Glashütte, Deutschland

Website

www.jessenvollenweider.ch

Eigentlich einfach: ein breites, flaches Haus für die Arbeit an den Maschinen, ein schlankes, hohes Haus für die Handarbeit. Die beiden Häuser sind mit einer Treppenhalle verbunden und so nebeneinandergestellt, dass das niedrige Haus an der Straße die Traufkante seines Gegenübers aufnimmt und im hohen Haus die sensiblen Atelierarbeitsplätze auf die grünen Hänge des Müglitztals orientiert sind. Die Setzung des neuen Manufakturgebäudes bildet ein Ensemble mit den historischen Bauten von A. Lange & Söhne und nutzt die spezifischen Bedingungen des Ortes – insbesondere den engen Talquerschnitt, der die flache Morgensonne über die größte Zeit des Jahres von der Atelierfassade fernhält. Die Abdrehung der Arbeitsplätze Richtung Norden schafft an der gesamten Ostseite eine blendarme Belichtung. Zusätzlich dient eine den Ateliers vorgelagerte Fassadenschicht als Klima- und Hygienepuffer sowie als Bewegungszone, von der aus Besucher die Arbeit auf den Uhrmachertischen direkt von vorne bewundern können. Die Architektur der neuen Häuser baut auf den tektonischen Prinzipien der gegliederten Wand auf, wie sie die Erscheinung der bestehenden Gebäude charakteristisch prägen. Durch den konsequenten Einsatz von vorgefertigten Bauteilen realisiert das feingliedrige Fassadenrelief das gesuchte Maß an Präzision. Das Grundthema wird an den unterschiedlichen Gebäudeseiten nutzungsabhängig variiert und in den Brüstungsfeldern durch die schrägen »Taktstriche« des Künstlers Peter Suter akzentuiert. 

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