Niklaus Graber & Christoph Steiger Architekten

Heilpädagogisches Zentrum Uri, Altdorf Schweiz

Foto Dominique Marc Wehrli

Prämierung

best architects 12

Kategorie

sonstige Bauten

Ort

Luzern | Schweiz

Website

www.graberundsteiger.ch

Die Gebäudegruppe des Heilpädagogischen Zentrums Uri, welches im Zentrum von Altdorf u-förmig eine grosse Spielwiese umsäumt, ist über mehrere Generationen Schritt für Schritt gewachsen. Mit der peripheren Situierung der neuen Therapiestelle nahe der ortstypischen, gassenbegleitenden Mauer-Einfriedung wird das Ensemble um den zentralen Freiraum ringförmig vervollständigt. Das durch Rücksprünge und Auskragungen masstäblich gegliederte Gebäudevolumen reagiert dabei subtil auf die umliegenden Bauten und Aussenräume innerhalb und ausserhalb der Anlage und tritt mit ihnen in einen respektvollen Dialog. Das neue Mitglied in der Bauten-Gemeinschaft schliesst sich damit der vorgefundenen Grundhaltung an, artikuliert aber gleichwohl eine gebührende Eigenständigkeit.  

Durch das einfache Prinzip der kreuzweisen Stapelung der zu Raumgruppen zusammengefassten Therapiebereiche wird ein spannungsvolles räumliches Prinzip etabliert, welches mit verblüffender Einfachheit Übersicht und Orientierung gewährt und prägnante, panoramartige Ausblicke auf Dorf und Landschaft freigibt. Die einzelnen Therapiebereiche erhalten innerhalb dieser spielerisch begehbaren Bauskulptur ihre jeweils spezifischen Orte und ihnen zugeordete Terassen, Plattformen und Vorbereiche im Freien. Der in Holz-Elementbauweise errichtete Bau wird durch ein dunkel gehaltenes, hölzernes Fassadenkleid umhüllt. Ein feingliedrig rhythmisiertes Stabwerk bindet den durch Brüche und Verwerfungen geprägte Baukörper zusammen und erzeugt eine sinnlich-haptische Ausstrahlung, welche eine der parkähnlichen Atmosphäre aber auch der pädagogisch-therapeutischen Nutzung angemessene Masstäblichkeit evoziert. Das Erscheinungsbid des Gebäudes osziliert so zwischen geerdeter Kompaktheit und spielerischer Leichtigkeit.Die konträr zum dunklen Äusseren durchgängig in hellem Holz ausgeschlagenen Innenräume verströmen eine ruhige und freundliche Stimmung, welche den Hauch einer Atelier-Atmosphäre evoziert und so die Kinder zu unterschiedlichen Aktivitäten anzuregen vermag. Die durch den Künstler Beat Streuli in den Fenstern applizierten, diaphanen Kinderporträts spielen subtil mit der Massstäblichkeit des Gebäudes und verleihen den Räumen in unterschwelliger Weise ein spezifisches Gesicht. 

49/74