Fuhrimann Hächler

Haus Eva Presenhuber

Prämierung

best architects 09

Kategorie

Wohnungsbau

Ort

Vná | Schweiz

Foto

Valentin Jeck

Website

www.afgh.ch

Das Ferienhaus befindet sich mitten im Dorfkern von Vnà im Unterengadin. Die besondere Herausforderung bestand darin, den Spagat zwischen der noch vorhandenen Ursprünglichkeit des Dorfes und dem heutigen Zeitgeist, den das Ferienhaus einer international erfolgreichen Galeristin in sich birgt, zu schaffen. Das Ziel war eine Sprache zu entwickeln, die sich aus der traditionellen Architektur des Engadins zwar nährt, jedoch sofort als zeitgenössische Architektur erkennbar und nicht konservativ romantisierend ist. Städtebaulich wurde durch den Bau eine seit langem klaffende Lücke im Dorf geschlossen; die Grösse des Gebäudes entspricht der Körnung der umliegenden Bauten. Die Gegend wurde immer wieder von Feuerbränden heimgesucht, was die Holzhäuser zum verschwinden brachte und Steinhäuser ortstypisch machte.  

Mit dem Beton als hauptsächlich verwendetes Baumaterial wurde dem steinigen Ausdruck des Dorfes Rechnung getragen. Nur in den Wohn- und Schlafräumen wurde eine Täferung aus Sperrholzplatten an der Innenseite angebracht, um die Behaglichkeit zu steigern und sich dem traditionellen Lebensgefühl in einem Berghaus anzunähern. Auf konstruktiver Ebene wurde das Archaische durch die Verwendung von Gasbeton thematisiert, welcher einen homogenen Wandaufbau ohne Schichtaufbau ermöglicht. Die daraus resultierende beträchtliche Wandstärke, kommt dem Charakter einer traditionellen Bauweise sehr nahe und hat die typischen angeschrägten Leibungen der Fenster möglich gemacht. Im skulpturalen Baukörper verschmelzen letztlich traditionelle und modernistische Elemente zu einer Einheit. Das Changieren zwischen bäurischer Direktheit und zeitgemässem Komfort verleiht dem Haus einen ganz spezifischen Charakter, der dem Dorf mit Respekt begegnet, sich aber nicht anbiedert. 

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