Modersohn & Freiesleben

Bürohaus an der Ebertstraße

Prämierung

best architects 08 gold

Kategorie

Büro & Verwaltungsbauten

Ort

Berlin

Foto

Johannes Modersohn

Website

www.mofrei.de

Das Bürohaus an der Ebertstraße beansprucht prägnant zu sein, präzise und gewöhnlich; tragende Außenwände, Fenster, gestapelte Etagen, flexibel zu nutzen. Ein Stück Stadt, ein Baustein der Straße, einige Fragen der Architektur, immer neu zu beantworten. Ein Haus in der Wand an der Straße, die Autos fahren vorbei, man läuft entlang der großen Fenster, ein Laden, ein Café, in der Mitte der Haupteingang. Der Blick fährt an der Fassade nach oben und fängt sich am Dachabschluss, einer zwei Meter auskragenden Gesimsplatte. Hier endet die Stadt und der Himmel beginnt. Die Fassade ist eine Wand, aber die Wand wird durchbrochen von Fenstern. Das Leben der Straße begegnet dem Leben des Hauses, wie sich kreuzende Blicke treffen. 

Die Fenster sind Löcher in der Wand und mehr, eben Fenster. Das Haus öffnet sich und die Bewohner bewahren ihr Geheimnis doch. Vor den Fenstern, verflochten mit den Natursteintafeln der Wandverkleidung, sind Geländer aus Gussaluminium. Efeublätter wie im Scherenschnitt, durch den Computer gewandert und doch nur ein Versuch, ein abgebrochenes Gespräch wieder aufzunehmen. Und es funktioniert noch immer. Öffnung und Wand bilden ein Gewebe, werden konkret, aus Löchern werden Fenster. Den Eingang verhüllt und zeichnet das Aluminiumgewächs ganz und gar. Große polierte Steinplatten, groß und schwer wie das Haus, glatt und zart gezeichnet wie die Hand des Besuchers. Vor einem Vorhang aus Aluminium, dahinter eine Höhle aus Marmor und Licht. Ein kurzer Moment der Prätention vielleicht, ein sehr schöner Stein vor dem Beton, und dann wieder ein Bürohaus, prägnant, präzise und gewöhnlich. 

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