Brückner & Brückner

Kulturspeicher Würzburg

Prämierung

best architects 07

Kategorie

Sonstige Bauten

Ort

Würzburg

Foto

André Mühling

Website

www.architektenbrueckner.de

Der Ort am Fluss – ein Hafen – der Kran vor dem Haus – die Farbe des Steins: mächtige, geradezu archetypische Bilder bannen uns. Dann dämmert Erinnerung - Ein Haus erzählt seine Geschichte: geschäftige Bewegung, hektischer Lärm, Eisen auf Eisen, das Quietschen haltender Waggons, tuckernde Schlepper, das Schwenken, Heben und Senken der Kräne ... Stille. Schließlich greift die Zukunft Raum: ein Lagerhaus ist zum Kulturspeicher geworden. Räume sind entstanden. Räume, die es begreifbar machen: die Verbindung des Alten mit dem Neuen – Einblicke, Ausblicke, Durchblicke – Eingänge, Übergänge, Durchlässe – Material und Oberflächen. Die Räume machen neugierig, stiften Beziehungen und erzeugen Gefühle. Unser leidenschaftlichstes Bild: Hinter uns der Fluss, der sich in der Abenddämmerung sanft an der Kaimauer bricht und kühl an uns heraufkriecht.  

Vor uns die alte Fassade mit dem genarbtem Kalkstein und dem angewittertem Sandstein – daneben die Kalk- und Sandsteinplatten der neuen Fassade, die ihre Lage zur Seite und nach oben hin langsam, aber stetig verändern. Wahre Dinge, die für sich selber stehen, die einfach da sind. Das Licht, das aus den Fassadenöffnungen tritt, schafft Spannung, die zur Neugier wird. Das Innen lässt sich erahnen: respektvoll in und neben das Alte eingestellte Körper; unaufdringlicher, selbstverständlicher Raum; Raum für Leben, Raum für Kunst. Raum für „Konkrete Kunst“, die nicht verweisen, sondern sich selbst genug sein will. Ein Zufall? Und hinter dem Haus der Wein, der seine langen Wurzeln in den Berg bohrt. Eine schöne Fügung! Bauchkitzeln; ein Wohlgefühl. Ein Lagerhaus wurde zum Kulturspeicher. Der Kulturspeicher ist zu einem Ort geworden. Zu einem Ort, der offen ist für Neues, der aufnimmt und gibt. Auch zu einem Ort, der seine Geschichte nicht vergisst, sondern weitererzählt. 

33/44