Brückner & Brückner

Der Ort der Begegnung

Prämierung

best architects 07

Kategorie

Sonstige Bauten

Ort

deutsch-tschechiche Grenze

Foto

Wolf Kipper

Website

www.architektenbrueckner.de

Das Projekt Ort der Begegnung versucht, das gespannte Verhältnis an der deutsch-tschechischen Grenze mit architektonischen Mitteln zu thematisieren. Ort und Bau ergänzen sich gegenseitig. An einem anderen Ort ist der Bau nicht möglich. Ein sanftes Mittelgebirge steigt zur Grenze an. Die Bayern nennen es Oberpfälzer Wald, die Tschechen ceskles (Böhmerwald). Eine natürliche topographische Grenze. Zwei Wände, die eins waren, werden entlang der Grenze geteilt und bilden gleich einem Handschlag, einer Geste der Begrüßung, einen Raum. Zwei Wände, eine aus Stein, die andere aus Holz. Lärchenholz aus dem Böhmerwald, Flossenbürger Granit aus der Oberpfalz. Jeder Baustein, die Außenseite grob behauen, innen fein geschliffen.  

Grün schimmernde Glasplatten lösen die Wände zunehmend nach oben auf. Aus links und rechts werden Ost und West, Deutschland und Tschechien. Die versetzten Verlängerungen der beiden Seitenwände deuten den weiteren Verlauf der Grenze an. Sie bilden zusammen zwei offene, nach Osten oder Westen gerichtete Räume. Im Zentrum befindet sich als Schwerpunkt ein massiver Tisch mit zwei Stühlen. In der geschichteten Decke treffen die Materialien, Holz und Stein, unmittelbar aufeinander. Sie verbinden sich zu einer zentralen Fuge, werfen einen Schatten. In der Tischplatte steht eine Inschrift. Einmal deutsch, auf der anderen Seite tschechisch. Der Besucher muss sich auf die Situation einlassen. Treffen am Tisch zwei Menschen gleicher Nationalität aufeinander, so merken sie, dass einer von ihnen fehl am Platze ist. Sitzt eine Person am Tisch, so wird ihr ihre nationale Einsamkeit bewusst, die sie nur aufbrechen kann, indem sie die Grenze übertritt. 

31/44