agps / Marc Angélil / Sarah Graham / Manuel Scholl / Reto Pfenninger / Hanspeter Oester

Apartmenthäuser Hohenbühlstrasse Zürich

Prämierung

best architects 07

Kategorie

Wohnungsbau

Ort

Zürich | Schweiz

Foto

Gaston Wicky

Website

www.agps.ch

Wir befinden uns mitten in der Stadt Zürich: baulich gesehen sind das Häuser, Stras-sen, Parkanlagen und Grundstücke im Taschenformat. Kleinteiligkeit als Charakteristikum, aber auch Grundstücke für exklusive Wohnbauten. Der Begriff Luxus impliziert in der Architektur räumliche Weite und Grösse. Hier, im Zentrum von Zürich, am Projekt Hohenbühl, ist die verschwenderische Geste eine andere. Die Differenzierungsleistung findet an der Fassade statt, die sich in Festtagskleidung präsentiert. Kernstück des Projektes sind zwei volumetrisch einfache Wohnbauten mit einer mehrteiligen Hülle. Der Sonnenschutz – pièce de résistance des Gewandes – zeigt sich in Analogie zur menschlichen Bekleidung als prunkvoller Mantel, der zugleich schützt und repräsentiert.  

Was eigentlich als Meterware für Förderbänder für Grossbäckereien bestimmt ist, wird hier zum kostbaren Silbergewebe, zum Schmuck, zum feinen und beweglichen Vorhang, der bei jedem Licht in neuem Farbglanz erscheint. Hinter dem Mantel zieht sich eine Glashaut rund um die Baukörper. Im Innern schliesslich folgt eine weitere Hülle aus farbig fein abgestimmten und beweglichen Wandelementen. Silbermantel, Glas und Farbtafeln bestimmen die Szene im Dreiklang. Die drei Hüllen sind beweglich, miteinander und gegeneinander verschiebbar. Regie führen die Bewohner. Die Bildbreite reicht von der Verhüllung bis zur Enthüllung, vom schimmernden, in sich gekehrten Solitär über eine Vielzahl an Farbkombinationen bis zur völligen Durchsicht. Licht und Bewegung lassen die Festkleidung erstrahlen und verschaffen ihr auf kleinem Raum einen glanzvollen Auftritt. In Anlehnung an ein Zitat von Andy Warhol ist Hohenbühl „the place to think silver“. 

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