Penzel Valier AG

Tramdepot Bern

Prämierung

best architects 13 in Gold

Kategorie

Gewerbe- & Industriebauten

Ort

Zürich

Foto

Dominique Uldry

Website

www.penzel.ch

Eine regelmässige, streifenförmig gegliederte Halle bildet die Hülle für das neue Tramdepot Bern. Mit ihrer einfachen Form gelingt es, sowohl die von Innen wirkenden Ansprüche hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Organisation, als auch die von Aussen gegebenen Zwänge des knappen, schiefwinkligen Perimeters aufzunehmen und in eine prägnante Form zu übersetzen. Die Geometrie der Halle ergibt sich aus der betrieblichen Notwendigkeit für einen maximalen, stützenfreien Abstellbereich, basierend auf der Länge eines Tramtyps (42.5 m) und den Anforderungen der notwendigen Kurvenradien, Lichtraumprofile und Sicherheitsabstände zur optimalen Fahrzeugzirkulation. Die Überdachung wird über die gesamte Hallenlänge von rund 200 Metern durch eine Sheddachstruktur aus Stahlfachwerkträger mit Spannweiten von bis zu 90m (Etappe 3) getragen. Eine einzige Stützenreihe trennt den Abstellbereich vom Servicebereich mit Waschanlage, Radbearbeit-ungsplatz und Unterhaltsgebäude und dient zudem als vertikales Verbindungsglied zwischen dem unterirdischen 

Leitungskanal und den Installationen an der Hallendecke (Fahrleitungen, Beleuchtung, Sprinkler, etc.). Zur Längsaussteifung sind die inneren und äusseren Stützen V-förmig angeordnet. Sie bilden sich als gestaltergebendes Grundmotiv in Struktur und Rhythmus der Fassade ab und prägen damit die Gesamterscheinung des Gebäudes. Die statische Höhe der Querträger resultiert aus den stützenfreien Erweiterungsmöglichkeiten der Halle.  

Für die Ausbauetappen können die bestehenden Fassaden demontiert und die Fachwerkträger verlängert werden:Etappe 1: Grundfläche ca.13’000 m2 / Gebäudevolumen ca.130’000 m3Etappe 2: Grundfläche ca.16’000 m2 / Gebäudevolumen ca.165’000 m3Etappe 3: Grundfläche ca.20’000 m2 / Gebäudevolumen ca.210’000 m3Das äussere Erscheinungsbild der Halle wird geprägt durch die Leichtigkeit der Glas-Aluminiumhülle. Die roten Tramzüge und Signale schimmern schemenhaft durch die transluzente Fassadenverkleidung der grossen Halle. Das aus Linien und Streben zusammengesetzte Tragwerk wird von einer metallischgläsernen Hülle überspannt, die dem Bauwerk einen plastischen Ausdruck verleiht. Die Hubtore der Frontfassade mit Torhöhen bis zu 10m öffnen und schliessen vertikal. Die grossflächige Verglasung in den Fachwerkebenen der Träger sowie in den Fassaden sorgt für optimale Belichtungsverhältnisse und erlaubt es, dank der solaren Einstrahlung die Halle auch ohne Heizungsanlage zu betreiben. Um eine Überhitzungim Sommer zu vermeiden, können für die Nachtauskühlung die RWA-Klappen im unteren Fassadenbereich (Zuluft) und in den hohen Sheds (Abluft) geöffnet werden. Über die geneigten Flächen der Längsfassadenwird das Regenwasser vom Dach in die seitlichen Rinnen geleitet, von wo es der Waschanlage zugeführt wird oder versickert. Eine Photovoltaikanlage von 2‘000m2 auf den nach Süden geneigten Dachflächen ergänzt den Nachhaltigkeitsanspruch des Gebäudes. 

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