Graber Pulver Architekten AG

Ecole des Métiers, Fribourg

Prämierung

best architects 13 in Gold

Kategorie

Öffentliche Bauten

Ort

Zürich

Foto

Georg Aerni

Website

www.graberpulver.ch

Städtebau 

Das Areal entlang der ‚Rue de la Fonderie’ auf dem ‚Plateau de Pérolles’ wird auch heute noch von den städtebaulichen Festlegungen beim Bau der ersten Industriebauten bestimmt. Verschiedenste grossmassstäbliche Bauten horizontaler wie auch vertikaler Ausrichtung prägen nebst den wichtigen Erschliessungsachsen diesen Ort. Das Projekterstreckt sich über die gesamte Länge des Perimeters und fügt sich auf dieser Massstabsebene in die Struktur des Quartiers ein. Eingespannt zwischen ‚Rue Albert- Gockel’ und ‚Chemin du Musée’ richtet sich die neue Berufsfachschule gegen Norden auf die ‚Route de la Fonderie’ bzw. zur Stadt hin aus. In ihrer horizontalen Dimension verstärkt sie die Vertikalität des Hochhauses am Kreisel, welcher eine wichtige Kreuzung zweier Hauptachsen im städtischen Gefüge von Freiburg markiert. 

Gebäudetypologie 

Das Gebäude erhält durch seinen Massstab und den seriellen Aufbau einen industriellen Charakter. Der gleich bleibende Schnitt über die gesamte Länge verleiht dem Volumen die Eigenheit eines langen metallenen Profils oder Werkstückes. Der lange Baukörper weist räumlich eine klare, lineare Organisation auf, welche aber von Geschoss zu Geschoss aufgrund unterschiedlicher Anforderungen der Nutzungsbereiche und deren differenzierte Ausrichtung zum Aussenraum variiert. Die Erschliessungsbereiche und der Massstab des Baues im Innern bieten räumliche Erlebnisse: während das Foyer die Dimension in der Horizontalen aufzeigt, verweisen die drei Treppenaufgänge auf die vertikale Dimension und die Schnittfigur des Gebäudes. In der Bewegung durch das Gebäude wird die umgebende Stadt in den verschiedenen Nutzungsbereichen durch die differenzierten Öffnungsarten auf sehr unterschiedliche Art und Weise wahrgenommen.  

Raumprogramm 

Das Raumprogramm ist grösstenteils auf vier Ebenen angeordnet. Während sich auf dem Niveau der ‚Route de la Fonderie’, die Tiefgarage für Autos und Zweiräder sowie – im östlichen Bereich zum Kreisel hin – der Haupteingang befinden, stellt das eigentliche Erdgeschoss, welches aufgrund der Topographie des Areals zur Strasse hin als „Piano Nobile“ in Erscheinung tritt, die Hauptverteilebene dar. Dieses Foyer, das auch über drei hofseitige Eingänge zugänglich ist, führt zu den drei vertikalen Hauptaufgängen der verschiedenen Abteilungen der Schule. Auf diesem Geschoss befinden sich alle gemeinschaftlich genutzten Räume. Das Foyer ist grosszügig bemessen. Als Ort der Begegnung kompensiert es die kaum vorhandenen Aussenbereiche der Schule und bietet Raum für Ausstellungen und andere Anlässe, was in seiner äusseren Erscheinung als „Schaufenster der Schule“ auch ersichtlich ist. Die Sporthalle und das Auditorium, zusammen mit der Cafeteria, spannen das lang gestreckte Vestibül auf. Sie sind an den beiden Enden des Gebäudes untergebracht und können unabhängig vom Schulbetrieb auch von Externen genutzt werden. Sämtliche Werkstätten sind im Dachgeschoss angeordnet und verfügen über eine zenitale Belichtung von Norden, welche ausgezeichnete Lichtverhältnisse über die gesamte Tiefe der Werkstätten garantiert. Im ersten Obergeschoss befinden sich sämtliche Theorie- und Gruppenräume und die Lehrerzimmer. Auf diesem Geschoss spannt der Korridor zentral im Gebäudequerschnitt gelegen noch einmal die Dimension des Gebäudes auf. 

Struktur und Materialisierung 

Die Tragkonstruktion ist in Stahlbeton auf Platz gegossen. Die „shed-artige“ Dachkonstruktion ist eine Stahlkonstruktion bestehend aus Stützen, Längsträgern, Bindern und einem tragenden Trapezblech, das gleichzeitig als Windverband wirkt und als Akustikdecke dient. Sie wird mit einer Glas- bzw. Metallhaut (sowohl geschlossene wie auch perforierte, lichtdurchlässige Aluminium-Bleche) überspannt, welche bewusst den Übergang von der Fassade zum Dach überspielt. Diese gläserne und metallene, teilweise halbtransparente oder opake Membran verleiht dem Gebäude einen offenen Charakter und ermöglicht, dass die Innenwelt dieses Werkstattgebäudes die äussere Erscheinung des Baus weitgehend mitbestimmt. 

64/96