INNOCAD Architektur ZT GmbH

Rose am Lend

Prämierung

best architects 13

Kategorie

Wohnungsbau

Ort

Graz

Foto

Paul Ott

Website

www.innocad.at

Die Rose am Lend ist mehr als ein Gebäude. Sie ist vielmehr eine Momentaufnahme einer Entwicklungsgeschichte – sie ist Teil der Entwicklung und Wandlung eines der komplexesten Stadtquartiere von Graz und sie erzählt auch ihre eigene Geschichte als eines der ältesten bestehenden Gebäude am Lendplatz, erbaut im Barock des 18. Jahrhunderts. Die Rose am Lend schafft eine starke unverwechselbare Identität in einem sehr heterogenen und städtischen Umfeld. Die 11 Wohneinheiten bieten hochwertigen urbanen Wohnraum und das Geschäftslokal im Erdgeschoß folgt der eigenen Tradition des Gewerbes und Handels, als auch der Tradition des Lendplatzes als Marktplatz. Entgegen den Gepflogenheiten von Investoren die alten giebelständigen Häuser im Bereich des Lendplatzes abzureissen, wurde entschieden dieses bestehen zu lassen und zu sanieren, bzw. das Hofgebäude um ein Stockwerk zu ergänzen.  

 

Die Einbindung des Projektes in den baulichen, aber auch sozialen Kontext war von Anfang an essentieller Bestandteil. Während der Planungsphase wurde bereits ein Club eröffnet und heute noch dient das Geschäftslokal als temporärer Veranstaltungsraum. Auch der Entwurf nimmt bewusst Vorhandenes auf und transformiert den Kontext. So ist das Rosenmotiv eine Referenz an die Zeit der Errichtung des Altbaues (Spätbarock) und die Namensgebung setzt sich aus den Resten des alten „Schuhaus am Lend“ – Schriftzuges und dem Bezug zur Hl. Rosalia – Statue auf dem Lendplatz zusammen. Dieses Motiv wird in unterschiedlichen Varianten und Größen im gesamten Entwurf dekliniert. Die schmiedeeisernen Blüten auf den Geländern ergänzen die großen Rosen an der Fassade. 2005 wurde das Objekt von den Architekten gemeinsam mit Partnern erworben und im Zuge des Sanierungsförderprogrammes des Landes Steiermark saniert und erweitert. Diese Förderung erlaubt durch kostengünstige Vermietungen soziale Diversifikation. Die „Rose“, wie das Projekt nun im Volksmund genannt wird, ist inzwischen zum fixen Bestandteil der Identifikation des Viertels um den Lendplatz geworden und hat sich als ein weiterer Beitrag zur bunten Vielfalt etabliert. 

28/96