Miller & Maranta

Altes Hospiz St. Gotthard

Prämierung

best architects 12

Kategorie

sonstige Bauten

Ort

Basel | Schweiz

Foto

Ruedi Walti

Website

www.millermaranta.ch

Der Weg über den St. Gotthard ist einer der symbolträchtigsten Alpenübergänge der Schweiz. Die Entwicklung des Verkehrs und der fortlaufende Ausbau des Passes haben auch die bauliche Entwicklung auf dem Passübergang geprägt. Auf der Passhöhe zeigt sich heute ein Gebäudeensemble, das sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat und welches von der bewegten Geschichte des Passes zeugt. Das Hotel St. Gotthard mit der Jugendherberge im ehemaligen Stall, das Alte Hospiz mit Kapelle und Pferdestall und die Alte Sust stehen auf der gedrungenen Passhöhe eng beisammen zwischen den beiden kleinen Seen. Von diesen Bauten ist nach dem Umbau der Sust in das Gotthard-Museum mit Restaurationsbetrieb einzig das Alte Hospiz heute nicht für den Besucher zugänglich. Durch die Umnutzung dieses Gebäudes in ein Hotel, das heutigen Anforderungen entspricht, soll das gesamte Ensemble für die Reisende auf dem St. Gotthard geöffnet werden.Das Alte Hospiz schliesst an die Südseite einer kleinen Kapelle an und ersetzte ursprünglich zwei Alphütten. Als Haus des Priesters 1623 erbaut, wurde es im 18. Jahrhundert nach dem Niedergang der Lawine vom Monte Prosa als eigentliches Kapuzinerhospiz neu gebaut.  

Das Gebäude wurde nach und nach vergrössert, erneuert und den Bedürfnissen angepasst, und heisst heute Altes Hospiz. Nach einem grossen Brand im Jahre 1905 wurde die Innere Struktur erneuert und die Kapelle mit einer massiven Aufstockung überbaut.Das architektonische Potenzial des Alten Hospizes liegt in der leicht trutzigen Stellung auf der Passhöhe mit der aufrechten, Richtung Süden zeigenden Fassade. Das vorliegende Projekt versucht, diesem Charakter gerecht zu werden, indem die heute getrennt wahrgenommenen Gebäudeteile unter einem grossen, mit Blechbahnen belegten Dach vereint werden, auf dem sich über die Dachgauben die neue Nutzung zeigt. Die Aufstockung über der Kapelle wird volumetrisch zurückgenommen, um dem Sakralraum seine Bedeutung auf dem Passübergang zurückzugeben. In der Gestaltung der Fassade, welche südseitig um ein Geschoss erhöht wird, lassen sich die verschiedenen Zeitschichten aus den letzten Jahrhunderten ablesen. Diese wird im neu aufgebauten Geschoss um eine neue Schicht ergänzt, womit die mächtige Fassade Richtung Süden in ihrer Bedeutung gestärkt wird. Im Innern wird die anfangs des 20. Jahrhunderts eingebaute Struktur zurückgebaut, da sich darin kaum ein zeitgemässer Hotelleriebetrieb realisieren lässt.Stattdessen wird nach der Auskernung bis auf die Betonstruktur des Erdgeschosses eine neue Struktur aus Ständern und Bohlen eingebaut. In Anlehnung an den historischen Pfostenbau, wie er aus dem Gebiet der Gotthard Nordrampe bekannt ist, wird ein Grundgerüst aus Ständern errichtet, in welches mit liegende Bohlen eingelegt werden. 

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